Ausschnitt aus dem Cover des Romans "Odéonia, Paris" von Veneda Mühlenbrink

Zwei Frauen, zwei Buchläden | Veneda Mühlenbrink: Odéonia, Paris

Sylvia Beach und „Ulysses“

Wer schon einmal am linken Seine-Ufer in Paris durch die Straßen flaniert ist, kennt vielleicht den urigen, englischsprachigen Buchladen „Shakespeare and Company“. In seiner jetzigen Form wurde das Geschäft 1951 von George Whitman gegründet und ist heute eine Anlaufstelle für Literaturbegeisterte und Touristen. Doch die Geschichte von „Shakespeare und Company“ beginnt viel früher. Die Amerikanerin Sylvia Beach gründete den Laden 1919 und wurde damit zu einem Zentrum der literarischen Avantgarde. Ihre Lebensgefährtin Adrienne Monnier betrieb ein Geschäft für französische Literatur in unmittelbarer Nähe, und Sylvia Beach veröffentlichte 1922 den Jahrhundertroman „Ulysses“ von James Joyce. Die Erlebnisse der beiden Ausnahmefrauen finden in Veneda Mühlenbrinks „Odéonia, Paris“ ihre literarische Verarbeitung.

[Einige der hier geschilderten Informationen kommen natürlich auch im Roman vor. Wer nicht gespoilert werden will: Hier geht es direkt zur Rezension.]

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Ausschnitt aus dem Cover des Romans "Der Turm aus Licht" von Astrid Fritz.

Der schönste Turm der Christenheit | Astrid Fritz: Der Turm aus Licht *

Vom Bau des Freiburger Münsters

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Der Themenschwerpunkt meines Artikels und der Inhalt meiner Rezension bleiben davon unberührt.

Bis heute überragt das Freiburger Münster die Stadt. Und allein am Turm wurde etwa sechzig Jahre lang gebaut. Astrid Fritz liefert in „Der Turm aus Licht“ einen Roman dazu und erzählt, welche Geschichten die Menschen damals erlebt haben (könnten). Welche Rolle das Freiburger Münster schon im Mittelalter spielte und was der ewige Streit zwischen den Bürgern und den Grafen damit zu tun hatte, erfahrt ihr heute bei mir.

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Knick in der Optik? | Titus Müller: Die Brillenmacherin

Die Erfindung der Brille

Im abenteuerlichen Roman „Die Brillenmacherin“ von Titus Müller geht es um gleich zwei spannende historische Themen: Das frühe Optikerhandwerk und die vorreformatorische Bewegung der Lollarden, die eine englische Bibelübersetzung herausbringen wollten. Wir konzentrieren uns heute auf die Erfindung der Brille, ohne die viele von uns mit Sicherheit ziemlich aufgeschmissen wären.

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Buchdruck als Kunst und Geschäft | Sophia Langner: Die Herrin der Lettern

Tübingens erste Druckerin

Eine Frau, welche die schwarze Kunst praktiziert – es geht in „Die Herrin der Lettern“ aber nicht um Hexerei, sondern um ein viel handfesteres Gewerbe: den Buchdruck. Magdalena Morhart leitete fast zwanzig Jahre lang eine der wenigen Druckereien im Herzogtum Württemberg, und Sophia Langner hat ihr ihren Debütroman gewidmet. Wie schaffte sie das als Frau, und was war das überhaupt für ein Gewerbe, das mit dem Buchdruck entstand?

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Ausschnitt aus dem Cover des Romans "Raffael" von Noah Martin.

Der Maler und die Bäckerin | Noah Martin: Raffael *

Raffaels Leben im Zeichen von Kunst und Intrigen

* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Der Themenschwerpunkt meines Artikels und der Inhalt meiner Rezension bleiben davon unberührt. 

Er ist einer der Stars der italienischen Renaissance und setzt bis heute Maßstäbe: Raffael. Vor ziemlich genau 500 Jahren starb er, am 6. April 1520. Zu diesem Anlass erschien Noah Martins historischer Roman „Raffael – Das Lächeln der Madonna“, der nicht nur dem Meister aus Urbino und seiner großen Liebe, sondern der ganzen Renaissance und der Schönheit der Kunst ein Denkmal setzt. Denn das kurze, glanzvolle Leben Raffaels war auch von Schattenseiten und Rivalitäten geprägt. Von beiden Seiten erzähle ich heute.

Die hier geschilderten biographischen Eckpunkte Raffaels kommen natürlich auch im Roman vor, ansonsten ist der Artikel spoilerfrei. Wer gar nichts vom Inhalt erfahren möchte: hier geht’s direkt zur Rezension.

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Geschichte ist immer da.

Wie mich der Blick in die Vergangenheit momentan tröstet

Was hat die Geschichte mit der Corona-Epidemie zu tun? Mit Ansage, aber für das konkrete Leben dann doch irgendwie plötzlich, steht die Welt gerade Kopf. Was zunächst nur ein paar nervige Konsequenzen hatte, wie etwa die Absage der Leipziger Buchmesse, hat sich zu einem Notstand mit erheblichen Einschränkungen entwickelt. Wer es irgendwie möglich machen kann, gehört nach Hause, und wer arbeiten muss, um unsere Versorgung zu gewährleisten, hat meinen größten Respekt.

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Ausschnitt aus dem Cover des Romans "Krone des Schicksals" von Richard Dübell

Aller Fürsten Leitstern | Richard Dübell: Krone des Schicksals

Walther von der Vogelweide und die Reichskrone

Politische Intrigen und die unerbittliche Suche nach einem Edelstein: Richard Dübells Roman „Krone des Schicksals“ hat alles, was ein zünftiger Mittelalter-Histo braucht. Orphanus der Waise ist ein ganz besonderer Stein, denn ihm wird unvorstellbare Macht zugeschrieben. Und er ist verloren gegangen. Kein geringerer als der Dichter Walther von der Vogelweide wird von seinem Kaiser beauftragt, ihn wieder aufzutreiben. Die Geschichte im Roman ist (weitgehend) erfunden, und zu ihr will ich gar nicht so viel sagen, aber den Stein gab es wirklich. Seine Geschichte und die des großen Minnesängers erzähle ich euch heute.

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Cover des Buches "Authentizität als Darstellung"

Authentizität in historischen Romanen

Wenn wir historische Romane bewerten, erhalten sie oft die Attribute „gut recherchiert“ oder „historisch korrekt“, die für sich genommen schon recht dehnbar sind. Oft fällt auch der Begriff „authentisch“. Authentizität ist dieser Tage omnipräsent, aber was heißt das eigentlich? Und wann ist ein historischer Roman authentisch, falls er das überhaupt sein kann?

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Adventskalender 2019

24 historische Personen, die auf Gemälden echt doof aussehen

Nachdem ich im Dezember mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, konnte ich nun endlich den Adventskalender 2019 auch hier archivieren. 2018 hatte ich riesigen Spaß an den „24 nicht ganz ernstgemeinten Grundregeln historischer Romane„, und auch 2019 standen die Beiträge natürlich wieder ganz im Zeichen der Geschichte. Müsst ihr auch so oft lachen, wenn ihr die Portraits historischer Figuren seht? Ich schon. Deshalb: Vorhang auf für „24 historische Personen, die auf Gemälden echt doof aussehen“!

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