Untergang der El-Argar-Kultur | Ursula Janssen: Rebellion *

Der erste Staat des Westens

[* Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt. Der Themenschwerpunkt meines Artikels und der Inhalt meiner Rezension bleiben davon unberührt.]

Eine Kultur, die nur durch archäologische Funde und nicht durch schriftliche Quellen zu uns spricht, ist schwieriger zu erschließen. Trotzdem kann man sie in einen historischen Roman verwandeln, der sich sehr aktuell liest. Vor allem, wenn die Bevölkerung jener sogenannten El-Argar-Kultur sich gegen die Herrschaft auflehnte und sie dem Erdboden gleichmachte. Davon, wie diese dramatischen Ereignisse abgelaufen sein könnten, handelt »Rebellion. Chronik eines Untergangs« von Ursula Janssen. Ich habe bei der Autorin nachgefragt, wie der Roman entstanden ist.

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Anne Boleyn Medaille

Das Aussehen von Anne Boleyn

Ist eine Medaille der Schlüssel?

Anne Boleyn hat als historische Figur eine solche Ikonizität erhalten, dass wir ihr Bild sofort wiedererkennen: Eine dunkelhaarige Frau mit einer französischen Haube, in schwarzem Kleid, oftmals mit einem goldenen »B« an einer Perlenkette. Ihr Portrait kommt in vielen Facetten daher. Aber: Keines dieser Gemälde stammt nachweislich aus ihren Lebzeiten, für keines hat sie sicher Modell gestanden. Das Rätsel um das Gesicht von Anne Boleyn dauert also an und fasziniert uns bis heute. Aber es gibt ein kleines, unscheinbares Artefakt, das uns zu ihr führt: eine Medaille.

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Ausschnitt aus dem Cover von "Anne Boleyn. A King's Obsession" von Alison Weir

Anne Boleyn FAQ | Alison Weir: Anne Boleyn

Annäherung an eine bekannte Unbekannte

Weiter geht die Reise durch die Welt der Tudors! Was eignet sich besser für einen Beitrag über meine historische Lieblingsfigur Anne Boleyn als der 19. Mai? Heute vor 485 Jahren wurde sie hingerichtet, und seither scheiden sich über ihre Person die Geister. Die Geschichte von Anne Boleyn kann an so vielen Stellen nachgelesen werden, dass ich sie nicht noch einmal chronologisch wiederhole. Stattdessen habe ich ein FAQ der häufigsten, interessantesten und strittigsten Fragen zusammengestellt – natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Und am Ende gibt es eine Rezension zur Romanbiographie von Alison Weir – von Natur aus spoilerfrei 😉 Die FAQ sind aber nicht vom Romaninhalt bzw. Alison Weirs Deutungen abgeleitet, auch wenn sie sich teilweise überschneiden.

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Heinrich VIII und Clemens VII

Scheidung mit Hindernissen: Eine Chronik

Weshalb der Papst die neue Ehe von Heinrich VIII. nicht einfach erlaubte

Es ist eine der berühmtesten Scheidungen der Geschichte: Heinrich VIII. von England wollte sich von seiner ersten Frau, Katharina von Aragón, lossagen, um seine Favoritin Anne Boleyn zu heiraten und männliche Erben zu bekommen. Für solche Angelegenheiten zuständig: der Papst. Erst, als Heinrich nach langen Jahren noch immer keine Entscheidung aus Rom bekam, leitete er den Bruch mit der katholischen Kirche ein und legte damit den Grundstein für die Reformation in England. Aber warum eigentlich genehmigte Papst Clemens VII. die Scheidung nicht einfach?

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Ausschnitt aus "Der Kopf des Löwen" von Francois de Gourcez

Eine Impfung gegen die Pocken | François de Gourcez: Der Kopf des Löwen

Von Kühen und Impfgegnern

»Der Kopf des Löwen« von François de Gourcez steht schon lange auf meiner Themenliste. Dabei konnte ich nicht ahnen, dass mir das aktuelle Weltgeschehen plötzlich eine Steilvorlage verschaffen würde (und mir wäre es deutlich lieber, es wäre anders). Denn der Roman ist nicht nur eine Lebensreise à la Candide und ein Panorama des 18. Jahrhunderts, sondern dreht sich auch um die Impfung gegen die Pocken; besser gesagt; ihre Verbreitung in Frankreich und Mitteleuropa.

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Der Renaissance-Ellbogen

Der Renaissance-Ellbogen

Rockstar-Attitüde in Öl

Was haben Mick Jagger und Heinrich VIII. gemeinsam? Also, abgesehen von einem eher ungesunden Lebensstil und dem ihnen vorauseilenden Ruf als notorische Womanizer … ? Es ist die Geste des in die Hüfte gestemmten Armes mit dem vorgeschobenen Ellbogen, der die Kunsthistorikerin Joaneath Spicer dazu bewegt hat, den Rockstar und den Renaissancemenschen in einem Atemzug zu nennen. Eine Geste, die mir zuvor nie bewusst aufgefallen ist, die ich jetzt aber in allen möglichen Gemälden bemerke: Was hat es mit dem Renaissance-Ellbogen auf sich?

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Ausschnitt aus dem Cover "Katharina von Aragón" von Alison Weir

Eine fromme Kämpferin | Alison Weir: Katharina von Aragon

Die standhafte erste Königin von Heinrich VIII.

Ich wollte von Anfang an irgendwann über eins meiner historischen Lieblingsthemen, die Tudors, schreiben. Allerdings sind die Ereignisse so bekannt, dass ich es für überflüssig hielt. Andererseits – kann man von spannenden Themen je genug bekommen? Ich jedenfalls beschäftige mich regelmäßig wieder mit den bekannten Figuren rund um die Dynastie des 16. Jahrhunderts. Und praktischerweise verfasst die Autorin Alison Weir gerade nacheinander sechs Romane über die Ehefrauen von Heinrich VIII. Ein guter Anlass also, um sich der ersten zu widmen: Katharina von Aragon.

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Geschichte enthält keine Spoiler

Warum wir historische Stoffe spannend finden, obwohl wir den Ausgang bereits kennen

Spoiler – wer hasst sie nicht? Egal, ob es um den Mörder am Ende eines Krimis, die Frage, wer den eisernen Thron gewinnt oder den Sieger des letzten Duells zwischen Harry Potter und Voldemort geht, gilt es als Todsünde, anderen den Ausgang einer Geschichte zu verraten. Der Grund ist naheliegend: Wir wollen mitfiebern und uns von der Auflösung überraschen lassen. Bei historischen Romanen, Filmen oder Serien sind wir dagegen grundsätzlich schon gespoilert, denn wir wissen ja, wie die Geschichte verlaufen ist und welche Schicksale die historischen Protagonisten ereilten. Was soll daran also spannend sein?

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Ausschnitt aus dem Gemälde "Die Kindheit" von Ferdinand Hodler, 1893

Die Schlacht am Morgarten als Nationalmythos | Charles Lewinsky: Der Halbbart

Wenn aus Geschichte(n) Wahrheit wird

Gehobene Literatur und moderne Klassiker stehen wahrlich selten auf meiner Leseliste. Aber als ich gesehen habe, dass mit „Der Halbbart“ von Charles Lewinsky ein historischer Stoff, eine im Mittelalter angesiedelte Geschichte, auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2020 stand, musste ich sofort zugreifen und will sie in diesem Beitrag vorstellen. Die Lektüre um den kindlichen Sebi, den undurchsichtigen Halbbart und ihr Dorf hat mir sehr gut gefallen, und einen konkreten historischen Bezug gibt es obendrein: die Schlacht am Morgarten. Diese ist gleichzeitig höchst bedeutsam für das Schweizer Nationalbewusstsein.

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