Echnaton, der Ketzer? | Pauline Gedge: Pharao

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Von Echnaton bis Tutanchamun – ein antikes Familiendrama

Wegen seiner rigorosen Religionspolitik, die mit einer jahrtausendealten Tradition brach, ist Echnaton heute einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Pharaonen des alten Ägypten. Tutanchamun, der Kindkönig, wurde vor allem wegen seines fast unberührten und reich ausgestatteten Grabes berühmt. Was man über die beiden Herrscher und ihre Familie weiß, worüber man heute noch rätselt und wie Pauline Gedge die Ereignisse in ihrem Roman „Pharao“ darstellt, erzähle ich im heutigen Artikel.

Das heutige Thema ist ziemlich umfangreich. Ich werde kurz die Romanhandlung zusammenfassen, bevor ich die wichtigsten historischen Figuren und die Hintergrundgeschichte des Romans beschreibe. Am Ende beschreibe ich die spannenden Ergebnisse der aktuellsten Forschung. Neu ist, dass ihr jetzt mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses durch den Artikel navigieren könnt. Viel Spaß!

Action am Nil

„Pharao“ ist bereits der zweite Ägypten-Roman von Pauline Gedge, den ich hier vorstelle. Wie auch schon in „Die Herrin vom Nil“ befinden wir uns in der 18. Dynastie des Pharaonenreichs, jedoch ein gutes Jahrhundert nach der Regentschaft von Hatschepsut.

Im Jahr 1353 vor Christus besteigt ein junger Pharao namens Amenhotep IV. in Ägypten den Thron. Er ist der Sohn von Amenhotep III., der fast 40 Jahre lang weitgehend friedlich über das Reich geherrscht hatte – gemeinsam mit seiner Ehefrau Teje. Doch die Regentschaft, die so hoffnungsvoll begann, wird das Land am Nil an den Rand einer Katastrophe führen. Der Pharao hat religiöse Visionen. Schon früh im Roman tauft er sich um. In seinem neuen Namen, Echnaton, ist der Gott enthalten, dem er künftig all seine Energie widmen wird. Ägypten steht fortan im Zeichen des Sonnengottes Aton. Echnaton heiratet die schöne und ehrgeizige Nofretete, und gemeinsam gründen sie zu Ehren ihres Gottes die neue Residenzstadt Achet-Aton. Während Teje versucht, die politische Handlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten, entspinnen sich am königlichen Hof zahlreiche Allianzen und Intrigen. Denn Echnaton hat viele Kinder und ehrgeizige Berater. Wer sein Nachfolger wird, ist lange unklar, und die Regentschaft seines Sohnes Tutanchamun bleibt auffallend kurz …

1. Wer ist wer in der königlichen Familie?

1.1. Amenhotep IV. wird zu Echnaton

Bevor er selbst Pharao wurde, hatte Amenhotep IV. möglicherweise eine kurze Zeit gemeinsam mit seinem Vater regiert.1 Zum Thronfolger wurde er nur, weil sein älterer Bruder unerwartet früh starb.2 Er war „nie für das Herrscheramt vorgesehen – und für Ägypten wäre es viel besser gewesen, hätte er es niemals ausgeübt“3. Echnaton, wie er sich seit seinem fünften Regierungsjahr nannte4, lehnte den traditionellen Glauben ab und versuchte, in Achet-Aton, einer neu gegründeten Hauptstadt, die alleinige Verehrung der Sonne durchzusetzen. Nicht überall machte er sich damit beliebt.

Kopf Echnatons

Echnaton, Pharao der 18. Dynastie.

(Bildquelle5)

Dabei hatte er eigentlich die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Regentschaft. Sein Vater hatte das Reich außenpolitisch gefestigt, sich durch eine rege Bautätigkeit hervorgetan und ein wirtschaftlich recht stabiles Land hinterlassen.6 Noch außergewöhnlicher war seine Mutter, Königin Teje. Sie war nicht von königlicher Geburt und kam wohl durch den Einfluss ihrer Eltern, Juja und Tuja, aus der Provinzstadt Achmim an die Seite des Herrschers.7 Sie besaß so große Macht wie keine Königsgemahlin je zuvor – sie wurde als Göttin verehrt, und ihr Name taucht stets mit auf, wenn der ihres Mannes genannt wird. Aus erhaltenen Briefen wissen wir, dass sie auch in Korrespondenz mit ausländischen Herrschern stand und so eine wichtige Rolle für Politik und Diplomatie spielte. Auch nach der Thronbesteigung ihres noch recht jungen Sohnes blieb Teje für ihn eine wichtige Ratgeberin.8

Hier setzt Pauline Gedge mit „Pharao“ an. Einen Großteil der Geschichte erleben wir aus der Perspektive von Echnatons Mutter, Königin Teje. Sie erscheint als gebieterische Frau, die die Macht, die sie als Königsgemahlin hatte, auch als Königsmutter nicht abgeben möchte. Dabei ist sie auch stets um das Wohlergehen Ägyptens und die Stellung des Reiches in der Welt besorgt. Sie ist eine fähige Politikerin und berät ihren Sohn beispielsweise in Fragen der Außenpolitik. Gleichzeitig muss sie erkennen, dass ihr Einfluss begrenzt ist – sie kann ihn nicht davon abhalten, den religiösen Umbruch durchzuführen, und auch gegenüber ihrer schönen Schwiegertochter kann sie ihre Position nur schwerlich behaupten. Sie ist nicht mehr die Jüngste, und sie muss erkennen, dass ihre Kraft langsam schwindet.

Statuenkopf der Königin Teje.

Statuenkopf von Königin Teje. Ich finde, ihr Gesicht strahlt große Selbstsicherheit aus.

(Bildquelle9)

1.2. Die schöne Nofretete

Tejes besagte Schwiegertochter ist die berühmte Nofretete. Sie erscheint anfangs als unsichere junge Frau, erkennt aber bald, wie sie die Strippen am königlichen Hof zu ihren Gunsten ziehen muss. Was den Machthunger angeht, steht sie Teje in nichts nach, und mit Geschick und Intriganz übt sie großen Einfluss auf Echnaton aus, der sie immer stärker in seine politischen und religiösen Vorhaben mit einbezieht.

Es ist nicht sicher belegt, wer Nofretete eigentlich war. Ihr Name bedeutet so viel wie ‚die Schöne ist gekommen‘. Früher vermuteten die Ägyptologen, dass sie eine ausländische Prinzessin gewesen sei. Heute hält man sie hingegen eher für die Tochter eines hochrangigen Höflings und war vielleicht eine Verwandte von Königin Teje.10

Eine zeitlose Schönheit

Zu einer weltberühmten Ikone wurde sie durch die Entdeckung ihrer farbig bemalten, sehr gut erhaltenen Kalksteinbüste im Jahr 1912. Ein deutsches Grabungsteam rund um Ludwig Borchardt entdeckte sie im Sand von Tell-el-Amarna, in den Überresten einer Bildhauerwerkstatt.11 Sie erscheint ungewöhnlich lebendig und wirklichkeitsnah. Borchardt schrieb lediglich in sein Tagebuch:

Beschreiben nützt nichts, ansehen.12

Ich selbst habe die Büste schon zweimal besichtigt13 und war überwältigt und ergriffen von ihrem Erhaltungszustand und ihrer schieren Schönheit. Sie gehört für mich definitiv zu den faszinierendsten Kunstwerken der Welt, obwohl sie seinerzeit wahrscheinlich nur als Vorlage oder Modell diente.

Büste der Königin Nofretete.

Die ikonische Büste der Nofretete übt eine ganz besondere Anziehungskraft auf den Betrachter aus.

(Bildquelle14)

1.3. Kija, die andere Frau

Heute wissen wir, dass die schöne Nofretete nicht die einzige wichtige Frau in Echnatons Leben war. Die Rede ist nicht von den Haremsdamen, die den Pharao wahrscheinlich selten zu Gesicht bekamen, sondern von Kija, deren Name erst in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts entdeckt wurde. Sie taucht immer wieder in Inschriften aus Achet-Aton auf und trug den Titel „Große geliebte Ehefrau des Königs“. Aufgrund ihres fremd klingenden Namens und weil sie nicht dieselben königlichen Ehren erhielt wie Nofretete, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit angenommen, dass sie eine Prinzessin aus dem Mitanni-Reich (heutiges Nordsyrien) war, die vielleicht im Rahmen einer politischen Heirat nach Ägypten kam.15 Das ist auch im Roman der Fall, wo sie als junges Mädchen mit dem Namen Taduchipa in den Harem von Amenhotep III. gelangt und von Echnaton als Ehefrau ‚übernommen‘ wird. Von ihm erhält sie den Kosenamen Kija.

Über Details aus dem Leben der Kija wissen wir sehr wenig. Ihre Existenz ist bis in Echnatons 12. Regierungsjahr belegt, dann verschwindet sie. Sie hatte vermutlich mindestens ein Kind und könnte möglicherweise an den Folgen einer Geburt gestorben sein. Die Identität und Anzahl von Kijas Kindern sind jedoch unbekannt. Nach ihrem Tod (vermutlich, eventuell lebte sie auch länger) wurden viele ihrer Inschriften ausgemeißelt und mit den Namen der ältesten Nofretete-Tochter, Merit-Aton, ersetzt.16 Manch einer handelt sie als Mutter Tutanchamuns.

Kija, Nebenfrau von Pharao Echnaton.

Eine typische Darstellung der Kija zeigt die Nebenfrau mit scheibenförmigen Ohrringen und der sogenannten ‚nubischen Perücke‘.

(Bildquelle17)

1.4. Tutanchamun, der mysteriöse Kindkönig

Obwohl Tutanchamuns Name heute fast jedermann geläufig ist, war seine Lebensgeschichte lange unklar. Bis zur Entdeckung seines Grabes war er nur durch einige wenige Inschriften und Gegenstände bekannt. 1922 gelang dem Team von Howard Carter die Sensation: Nach schier endlosen Grabungen im Tal der Könige fanden sie schließlich die noch versiegelte18 Grabstätte von Tutanchamun.19

Es handelt sich um den vollständigsten und prächtigsten Grabschatz, der jemals gefunden wurde. Statuen, Schmuck, Streitwägen, Betten, ein goldener Thron – die vielen kultischen und alltäglichen Beigaben erlauben der Forschung Einsicht in die damalige Lebenswelt und wecken weltweit Bewunderung. Das bekannteste Objekt ist sicherlich die goldene Totenmaske, neben der Büste der Nofretete wohl die Ikone des alten Ägypten.

Goldene Totenmaske von Pharao Tutanchamun.

Die bekannte Totenmaske Tutanchamuns, die unser Bild von ‚King Tut’ entscheidend geprägt hat.

(Bildquelle20)

Die genauen Familienverhältnisse des mit bereits neunzehn Jahren verstorbenen Königs waren lange Zeit unbekannt. Man wusste, dass man ihn der Zeit von Echnaton zuordnen konnte, aber weder kannte man seine Eltern noch die genaue Abfolge der Herrscher dieser Zeit. Wahrscheinlich wurde Tutanchamun in Achet-Aton geboren und hieß zunächst Tutanchaton, auch seine (Halb-)Schwester und Gemahlin trug eigentlich den Namen Anchesenpaaton. Nach seiner Thronbesteigung verließ das junge Herrscherpaar die Residenz Echnatons, führte die alte Religion wieder ein und taufte sich in Tutanchamun und Anchesenamun um.21 Maßgeblich an der Regierung beteiligt waren der Wesir Eje und der General Haremhab. Die politischen Umwälzungen machen es nicht leichter, die Geschehnisse von damals aufzuklären. Pauline Gedge behandelt in ihrem Roman das Schicksal der ganzen Familie, wie es sich ereignet haben könnte. Was war so revolutionär an Echnatons Politik?

Ausschnitt vom Thron des Pharao Tutanchamun.

Tutanchamun und seine Schwester-Gemahlin Anchesenpaaton.

(Bildquelle22)

2. Echnatons dramatische Umwälzung

2.1. Der Aton-Kult

Anfangs scheint sich Echnaton weitgehend an die Glaubenstraditionen gehalten zu haben. In Theben, wo sich das religiöse Zentrum des Reiches befand, wurde der Reichsgott Amun-Re als wichtigste Gottheit verehrt, seine Priester waren ungeheuer mächtig.23 Doch bereits Echnatons Vorgänger, von Tuthmose IV. bis zu seinem Vater Amenhotep III., hatten der Sonne als besondere Erscheinung des Gottes Re gehuldigt – in der Gestalt von Aton, der Sonnenscheibe. Ägypten war nicht mehr so isoliert wie in früheren Jahrhunderten. Auch die benachbarten Reiche huldigten der Sonnenscheibe, und so kann es für die diplomatischen Beziehungen hilfreich gewesen sein, sich auf einen gemeinsamen Glauben zu berufen.24

Echnaton nun trieb diese Entwicklung derart auf die Spitze, dass er teilweise als ‚Erfinder des Monotheismus‘ gehandelt wird. Manch einer sieht in ihm den ideellen Vordenker der abrahamitischen Religionen. Teilweise wird er sogar mit dem Exodus in Verbindung gebracht oder gar als Vorbildfigur für Moses gesehen.25 Solche Parallelisierungen sind allerdings kaum stichhaltig zu beweisen und aus meiner Sicht mit Vorsicht zu genießen.

Aton-Huldigung

Echnaton und Nofretete huldigen dem Gott Aton, dessen Strahlen das Königspaar berühren.

(Bildquelle26)

Echnaton, der Sonnenanbeter

Jedenfalls entmachtete Echnaton die thebanische Amun-Priesterschaft und richtete seine ganze Konzentration auf die Verehrung des Aton. Anstatt der Priester war nun lediglich der Pharao mit seiner Gattin der Mittler, der dem Gott die Anliegen der Untertanen kommunizieren konnte und dementsprechend selbst verehrt wurde.27 Dieser Anspruch wird an einem bis heute erhaltenen Gesang, dem Aton-Hymnus, deutlich. Wahrscheinlich hat ihn Echnaton eigenhändig verfasst:

Schön erscheinst du
im Lichtland des Himmels
du lebende Sonne, die das Leben bestimmt! […]
Deine Strahlen, sie umfassen die Länder bis ans Ende deiner ganzen Schöpfung,
als Re dringst du an ihre Grenzen
und unterwirfst sie deinem geliebten Sohn.28

In den nächsten Strophen wird die lebensspendende Kraft der Sonne gepriesen. Das Land verdankt seine Existenz, seine Fruchtbarkeit und seinen Reichtum einzig dem Aton, der die Erde geschaffen hat. Und zwar für den Pharao:

Du richtest sie auf für deinen Sohn, der aus deinem Leibe kam,
den König von Ober- und Unterägypten, der von der Wahrheit lebt,
den Herrn der beiden Länder Vollkommen an Gestalten ist Re, Einziger des Re,
den Sohn des Re, der von der Wahrheit lebt,
den Herrn der Kronen Echnaton mit langer Lebenszeit.
Die große Gemahlin des Königs, die er liebt,
die Herrin der beiden Länder Vollkommen an Vollkommenheit,
die lebt und sich verjüngt
immer und ewig.29

Aton-Huldigung

Die ganze Familie war in die Verehrung des Sonnengottes eingebunden, wie diese Darstellung von Echnaton und Nofretete mit ihren drei ältesten Töchtern zeigt.

(Bildquelle30)

2.2. Achet-Aton, eine Stadt für den Gott

Gewissermaßen, um die ‚Altlast‘ der von ihm nicht mehr beachteten Tradition loszuwerden, siedelte Echnaton den gesamten Königshof auf bisher unberührtes Territorium um. Ziemlich genau in der Mitte zwischen den alten Zentren, Memphis und Theben, ließ er in einer Wüstenbucht die Residenzstadt Achet-Aton aus dem Boden stampfen. Der Name bedeutet „Horizont des Aton“; die Überreste liegen neben dem heutigen Tell el-Amarna (weshalb Echnatons Ära heute auch ‚Amarna-Zeit‘ genannt wird).31

Die konservative Teje wehrt sich im Roman lange gegen den Umzug nach Achet-Aton und schützt Ausreden vor, um möglichst lange in Theben zu bleiben. Die Sorge um die politischen Entwicklungen veranlasst sie schließlich doch, ihrem Sohn und dem königlichen Hof nachzufolgen. Sie ist schockiert von der ungewohnt offenen Zurschaustellung des Familienlebens und davon, wie Echnaton die Nähe zu seinen Untertanen sucht. Für sie widerspricht das dem Nimbus der Unerreichbarkeit, der die Pharaonenfamilie umgeben sollte. Zumindest aber in der neuen Residenz jubeln die Leute begeistert.

Ruinen des Nordpalasts von Amarna.

Die ausgegrabenen Überreste des Nordpalastes von Achet-Aton, Tell el-Amarna.

(Bildquelle32

Tatsächlich ist anzunehmen, dass vor allem Höflinge, Beamten und andere ranghohe Anhänger von Echnatons Politik dem Pharao nach Achet-Aton folgten, und mit ihnen Diener, Handwerker und andere Dienstleister. Ausgrabungen haben gezeigt, dass in den Privathäusern aber auch weiterhin die alten Gottheiten verehrt wurden.33 Daraus kann man schließen, dass die königliche Familie die einzige war, die den religiösen Umbruch so radikal vollzog – eigentlich naheliegend, man kann den Glauben der Leute ja nicht einfach umprogrammieren.

3. Intrigen und Schicksale am Hof

3.1. Machtkampf der Frauen?

Nofretete scheint innerhalb der neuen Religion eine noch größere Rolle gehabt zu haben, als es zuvor für Königinnen üblich gewesen war. Sie wird nicht nur oft als gleichwertige Partnerin Echnatons in identischer Größe dargestellt, sondern auch bei typisch königlichen Tätigkeiten, etwa dem Erschlagen von Feinden. Auch die Krone, die sie in vielen Darstellungen trägt, ist ungewöhnlich. Deshalb gehen Forscher davon aus, dass sie besonders großen Einfluss hatte.34 Manch einer vermutet sogar, sie habe als Mitregentin geherrscht oder gar nach Echnatons Tod selbst die Pharaonenrolle ausgeübt.

Relief mit Echnaton und Nofretete.

Im Hintergrund dieses Reliefs ist Nofretete zu sehen. Der für sie typischen Helm mit der königlichen Uräusschlange könnte darauf hindeuten, dass sie als Mitregentin von Echnaton eingesetzt war.

(Bildquelle35)

Bis heute ist das Schicksal von Nofretete aber unklar. Lange Zeit konnte man das letzte ‚Lebenszeichen‘ auf das Jahr 12 von Echnatons Herrschaft datieren, und die Forschung ging davon aus, sie sei in Ungnade gefallen oder gestorben. Die ausgemerzten Darstellungen der Kija sind jedoch lange Zeit irrtümlich Nofretete zugeordnet worden. Vielleicht hat also vielmehr Kija einen Machtkampf gegen die königliche Hauptfrau verloren, und Nofretete konnte ihre eigene Stellung weiter stärken.36 Vor einigen Jahren wurde nämlich eine Inschrift gefunden, die sie für das Jahr 16 noch als Königsgemahlin nennt. Ob sie Echnaton überlebte, ist allerdings unklar.37 Falls nicht, könnte eine ihrer Töchter ihre religiösen Aufgaben übernommen haben.

3.2. Inzest in der Königsfamilie

An sexuellen Ausschweifungen fehlt es am königlichen Hof in „Pharao“ keineswegs. Innerhalb von Echnatons Familie wird kreuz und quer durcheinandergeheiratet. Ehen zwischen Cousins und Cousinen, aber auch Brüdern und Schwestern und Vätern und Töchtern sind an der Tagesordnung. Aus diesen Verbindungen werden Kinder geboren, und so kommen die abstrusesten Verwandtschaftsverhältnisse zustande.

Pharao beim Kuss.

Der Pharao küsst eine Person. Aus der stark beschädigten Darstellung geht nicht hervor, um wen es sich dabei handelt.

(Bildquelle38)

Tatsächlich war Inzest innerhalb der ägyptischen Königsfamilie nicht unüblich. Um die als göttlich geltende Dynastie ‚rein‘ zu halten, wurden oft Ehen zwischen Halbgeschwistern oder Geschwistern geschlossen. Die Pharaonen hatten meist mehrere Frauen in einem Harem, doch der Hauptfrau als „Großer königlicher Gemahlin“ kamen auch religiöse Aufgaben zu. Deshalb sollte sie von möglichst hoher Geburt sein.39 Königin Teje mit ihrer bürgerlichen Herkunft war also eher eine Ausnahme.

Mit dem religiösen Zusammenhang kann auch die Vater-Tochter-Ehe erklärt werden. Schon Echnatons Vater war mit mehreren leiblichen Töchtern nachweislich verheiratet. Es ist jedoch nicht klar, ob es sich dabei um real vollzogene oder nur formale, kultische Ehen gehandelt hat.40 Bei Echnaton könnte es ähnlich gewesen sein. Die älteste Tochter, Merit-Aton, nahm in den letzten Regierungsjahren bereits eine gehobene Stellung ein. Ob sie oder ihre Schwestern jedoch wirklich Kinder mit dem eigenen Vater hatten, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.41 Die Verwandtschaftsverhältnisse der damaligen Zeit sind verworren, nicht alle Personen sind namentlich bekannt. Inzestfälle hat es in der Familie mit Sicherheit gegeben, aber meiner Einschätzung zufolge eher nicht in dem Ausmaß, das Pauline Gedge in ihrem Roman schildert. (Das reicht aber auch aus …)

Relief mit zwei Töchtern Echnatons.

Zwei Töchter Echnatons im Kindesalter. Deutlich sichtbar ist hier die längliche Schädelform, die die Amarna-Kunst kennzeichnet.

(Bildquelle42)

3.3. Wirren um die Thronfolge

Lange Zeit wurde angenommen, dass Echnaton an einer Krankheit, vielleicht dem Marfan-Syndrom, litt, weil er oft sehr verzerrt und nahezu feminin dargestellt wird.43 Heute sieht man dies eher als künstlerische Zuspitzung und Ausdrucksform der neuen Religion.44 Auch die längliche Schädelform vieler Familienmitglieder ist eine bekannte Anomalie. Für die Theorie, dass er einem Mordanschlag zum Opfer fiel, gibt es keine Belege. Sicher ist nur, dass er im Jahr 17 seiner Regierung starb.45 Namen, Verwandtschaftsgrade und Ereignisse der Amarna-Zeit sind nicht immer einwandfrei zuzuordnen, sodass auch unter Fachleuten große Uneinigkeit herrscht, was genau danach geschah.

Echnaton als Pharao

An diesem Statuenkopf zeigt sich die Eigenart vieler Echnaton-Darstellungen. Vielleicht wollte der Pharao mit den femininen, manchmal geschlechtslosen Zügen und den vielen Verfremdungen seine Übernatürlichkeit demonstrieren.

(Bildquelle46)

Zahlreiche Szenarien

Vor der Thronbesteigung Tutanchamuns tauchen zwei mysteriöse Pharaonennamen in den Inschriften auf: Semenchkare und Neferneferuaton, beide mit Echnatons ältester Tochter Merit-Aton als Gemahlin. Wenig mehr als das ist über sie bekannt, möglicherweise regierten sie bereits an der Seite Echnatons. Unter den zahlreichen Theorien zur Thronfolge sind einige Szenarien besonders populär47:

  • Nofretete ergriff nach Echnatons Tod die Pharaonenwürde, nannte sich Neferneferuaton und versuchte, ihre Tochter Merit-Aton als Nachfolgerin aufzubauen
  • Nofretete versucht zu regieren, ihr Nachfolger wird aber Semenchkare, der Merit-Aton heiratet
  • Nofretete und Semenchkare sind identisch, Neferneferuaton war eine Art „Übergangs-Identität“
  • Merit-Aton versucht, als Neferneferuaton zu regieren, heiratet dann aber Semenchkare, der diesen Königsnamen übernimmt (möglicherweise ging dem ein Machtkampf mit Kija voraus, da der Zeitpunkt ihres Ablebens unbekannt ist)
Zeichnung eines Reliefs von Pharao Semenchkare.

Dieses an vielen Stellen zerstörte Relief aus einem Grab ist eine der wenigen Darstellungen von Semenchkare und Merit-Aton.

(Bildquelle48)

Das ist eine sehr verkürzte Darstellung, und man sieht daran bereits, wie wenig wir über die eigentliche Ereignisgeschichte wissen. Für die meisten Szenarien gibt es unterstützende und widersprechende Quellen. Beispielsweise ist völlig offen, ob Neferneferuaton ein anderer Name für eine der genannten Figuren oder doch eine eigenständige Person war. Dass die Herrscher der Echnaton-Zeit von den späteren Pharaonen geächtet und verleugnet wurden, macht es nicht einfacher, aus den spärlichen Funden die richtigen Schlüsse zu ziehen. Gesichert ist nur: Irgendjemand regierte nach Echnatons Tod für eine kurze Zeitspanne, und erst dann stieg Tutanchamun als neunjähriger Junge auf den Thron.

3.4. Tutanchamun und das Ende der Dynastie

Im Gegensatz zu Echnaton trat der Kindkönig ein eher schweres Erbe an: Außenpolitisch hatte Ägypten an Macht verloren, die Wirtschaft war geschwächt und das religiöse Leben durcheinandergeworfen. Mit Echnatons Tod war die treibende Kraft hinter der neuen Religion verloren, und die Bevölkerung hatte sich ihr ohnehin nie richtig zugewandt. Deshalb begann Tutanchamun mit seinen Beratern, dem Wesir Eje und dem General Haremhab, zur alten Ordnung zurückzukehren. Darüber kann man auf der sogenannten Restaurationsstele lesen:

… da waren die Tempel der Götter und Göttinnen
von Elephantine bis hin zu den Lagunen des Deltas
… im Begriff, vergessen zu werden,
und ihre heiligen Stätten im Zustande des Untergangs,
zu Schutthügeln geworden, die mit Unkraut bewachsen sind49

Tutanchamun konnte nun also für sich beanspruchen, das Land wieder seinen wahren und rechtmäßigen Göttern zugeführt zu haben:

Die Götter und Göttinnen in diesem Lande,
ihre Herzen freuen sich,
die Herren der Tempel sind im Jubel,
die Länder jauchzen und spenden Lobpreis;
Heiterkeit durchzieht das ganze Land,
da ein so vollkommener Zustand eingetreten ist50

Dass die Regierung Echnatons eher als Makel angesehen wurde, ist auch daran ersichtlich, dass Tutanchamun in mehreren Inschriften auf die Verwandtschaft zu seinem Großvater Amenhotep III. hinwies, der das Land ja sehr lange und sehr erfolgreich geführt hatte.51

Büste des kindlichen Tutanchamun.

Dieser Statuenkopf zeigt Tutanchamun, wie er zum Zeitpunkt seiner Regierungsübernahme ausgesehen haben könnte.

(Bildquelle52)

Ein früher Tod

Tutanchamun jedoch war ein derartiger Erfolg bekanntlich nicht vergönnt, war er doch bei seinem Tod erst etwa 19 Jahre alt. Dies führte zu der Spekulation, er sei ermordet worden. Als Beleg dafür wird eine bei Röntgenaufnahmen im Jahr 1968 entdeckte Schädelverletzung angeführt.53 Der bereits alternde Wesir Eje folgte ihm als Pharao für etwa vier Jahre nach (vielleicht heiratete er sogar Tutanchamuns Witwe), und nach seinem Tod wiederum kam General Haremhab auf den Thron. Dieser setzte nicht nur seinen Namen auf viele Monumente Tutanchamuns, sondern ist auch für den Versuch verantwortlich, die Erinnerung an die ketzerische Familie Echnatons aus der Geschichte zu tilgen. In den offiziellen Königslisten folgt Haremhab direkt auf Amenhotep III.54

Statue von Pharao Haremhab.

Der einstige General Haremhab als Pharao – ein schier unvorstellbarer Aufstieg.

(Bildquelle55)

3.5. Die Dahamunzu-Affäre

Dass mit Eje und Haremhab zwei nicht-königliche Männer den Thron besteigen konnten, zeigt eindrücklich die prekäre Lage, in der sich Ägypten nach Echnatons Umsturz befand. Die außenpolitische Situation war schwierig, womit sich der Aufstieg Haremhabs zum Feldherr und Pharao erklären lässt. Zudem war vermutlich schlicht und ergreifend kein königlicher Nachfolger mehr vorhanden. Tutanchamun hatte in seinem jugendlichen Alter nur zwei totgeborene Föten gezeugt, deren Mumien in seinem Grab gefunden wurden.56

Wahrscheinlich fällt in diesen Zeitraum die sogenannte Dahamunzu-Affäre. Eine ägyptische Königin sandte einen Brief an Suppiluliuma, den König der Hethiter, deren Reich in der heutigen Türkei lag. Darin schrieb sie:

Mein Gatte starb. Einen Sohn habe ich nicht. Aber du, so sagt man, hast viele Söhne. Gäbest du mir einen deiner Söhne, würde er mein Gemahl. Niemals werde ich einen meiner Diener auswählen, um ihn zu meinem Gatten zu machen! … Ich habe Angst!57

Verrat einer Königin

Dieses Vorgehen ist in der ägyptischen Geschichte beispiellos. Prinzessinnen aus dem Ausland einzuheiraten, war eine Sache. Dass eine Königin aber eine ausländische Macht auf den Thron einlädt, eine ganz andere – man könnte es sogar als Hochverrat betrachten. Unterzeichnet ist das Schreiben, von dem wir eine Abschrift aus der hethitischen Hauptstadt Hattusa besitzen, mit ‚Dahamunzu‘. Man rätselte lange, welche Absenderin diesen Namen getragen hatte, bis man darauf kam, dass es sich wohl um die lautliche Wiedergabe ihres Titels handelt: ‚ta hemet nesu‘, also ‚die Frau des Königs‘.58

Keilschrifttafel aus dem alten Ägypten.

Ungefähr so kann der Brief der Dahamunzu ausgesehen haben. Hier handelt es sich um eine akkadische Keilschrifttafel, die in einem Archiv in Tell el-Amarna gefunden wurde.

(Bildquelle59)

Der Königinnentitel sagt über ihre Identität jedoch wenig aus, denn unpraktischerweise kommen gemäß der hethitischen Schreibweise des verstorbenen Königs, Nibhururija, sowohl Echnaton (Nefercheprure) als auch Tutanchamun (Nebcheprure) in Frage.60 Ob also die Witwe des Kindkönigs, Anchesenamun, oder doch eine der Frauen aus dem Echnaton-Umfeld (Nofretete, Kija, Merit-Aton) den Brief geschrieben hat, ist seither ein Streitpunkt der Forschung. Nach Echnatons Tod scheint es ja mindestens einen Nachfolger gegeben zu haben, sodass die Aussichten, einen Fremden auf den Thron zu heben, höchst gering gewesen sein dürfen. Auch der Hethiterkönig war zunächst misstrauisch und schickte einen Boten, um die Lage auszukundschaften. Nach monatelanger Verzögerung sandte er schließlich seinen Sohn, Zannanza, der die Königin heiraten sollte. Wahrscheinlich wurde er bei oder kurz nach seiner Ankunft in Ägypten ermordet.61

Die Suche nach der Absenderin

Sofern Nofretete als Regentin eingesetzt war, hatte sie am ehesten die Macht, dieses riskante politische Manöver durchzuführen. Gleichzeitig war das Vorgehen eher naiv, und man muss sich fragen, ob sie als politische Strategin ein solches Risiko eingegangen wäre. Eine andere Kandidatin ist Kija, die (gesetzt, ihre ausländische Herkunft trifft zu und sie war noch am Leben) vielleicht weniger Skrupel gehabt hätte, einen Fremdling nach Ägypten einzuladen. Und schließlich kommt Merit-Aton in Frage, die so vielleicht die Thronbesteigung ihres Bruders oder Halbbruders verhindern wollte. In diesem Fall wäre es sogar denkbar, dass Zannanza tatsächlich erfolgreich war und mit dem mysteriösen Pharao Semenchkare gleichzusetzen ist. Er hätte dann für eine Weile regiert, bevor er einem Anschlag zum Opfer fiel. Dass er früher oder später ermordet wurde, geht aus den hethitischen Quellen hervor, die auch keinen Hinweis auf eine Herrschaft ihres Verwandten in Ägypten geben.62

State der Nofretete

Diese Statue zeigt Nofretete im etwas reiferen Alter. Hat sie als Witwe versucht, die Macht mit einem ausländischen Herrscher zu teilen?

(Bildquelle63)

Dass die ganze Geschichte eher nach dem plötzlichen Tod von Tutanchamun anzusiedeln ist, ist jedoch mindestens genauso plausibel. Hier war tatsächlich kein Thronfolger mehr vorhanden, und die Witwe Anchesenamun dürfte jung und verzweifelt gewesen sein. Die Passage, sie wolle keinen ihrer Diener heiraten, deutet darauf hin, dass der Wesir Eje bereits Ansprüche auf den Thron (und auf sie) angemeldet hatte. Dieser wird dementsprechend wenig Skrupel gehabt haben, den Hethiterprinzen aus dem Weg zu räumen.

Büste einer Amarna-Prinzessin

Diese Büste einer Amarna-Prinzessin wird entweder Merit-Aton oder der etwas jüngeren Anchesenamun zugeordnet.

(Bildquelle64)

Während wir eine definitive Antwort auf die Frage nach der Absenderin des Dahamunzu-Briefes womöglich niemals erhalten werden, hat insbesondere die Erforschung der noch vorhandenen Mumien zur Beantwortung einiger Fragen beigetragen (und gleichzeitig neue aufgeworfen).

4. Moderne Forschung

4.1. Welche Mumie gehört Echnaton?

Lange Zeit war nicht klar, ob die sterblichen Überreste Echnatons die Zeit überdauert haben oder ob seine Mumie zerstört worden war, um dem ketzerischen Pharao ein Leben im Jenseits zu verwehren. Dann rückte der Leichnam aus dem Grab KV5565 in den Fokus der Aufmerksamkeit. Im vorigen Jahrhundert schätzte man das Sterbealter des Toten auf etwa 25 Jahre. Dies wäre für Echnaton zu jung. Gleichzeitig erkannte man aufgrund der Anatomie des Schädels eine große Ähnlichkeit mit Tutanchamun und den Darstellungen der Amarna-Zeit. Lange galt die Mumie daher als die des ominösen Semenchkare.

Schädel Echnatons.

Der Schädel, der wahrscheinlich zu Echnaton gehört, zeigt ebenfalls die typische längliche Form.

(Bildquelle66)

Es hilft nicht, dass das Grab höchst durcheinander war – Beigaben mit Inschriften von verschiedenen Namensträgern und die chaotische Anordnung sowie teilweise Beschädigung der Artefakte deuten darauf hin, dass KV55 nicht der ursprüngliche Ort der Bestattung war. Vielleicht, weil der Leichnam aus Achet-Aton ins Tal der Könige gebracht worden war, zum Beispiel unter Tutanchamun? Neuere Untersuchungen des Skeletts haben die alte Annahme bezüglich des Alters revidiert. Höchstwahrscheinlich war der Mann zwar recht zart gebaut, aber eher Mitte 30, als er starb. Im Einklang mit der Fundsituation deutet also vieles darauf hin, dass wir die Mumie von Echnaton vor uns haben.67

Sarg von Pharao Echnaton.

Vielleicht wurde das Gesicht von Echnatons Sarg ausgemerzt, um ihm als ‚Ketzerkönig‘ den Weg ins Jenseits zu erschweren.

(Bildquelle68)

4.2. Tutanchamuns Mumie – war es Mord?

Die Mumie des Kindkönigs steht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit und wird immer wieder untersucht. Schwierig dabei ist, dass sie seit ihrer Entdeckung viele Beschädigungen erfahren hat. Trotzdem konnten bereits einige neue Erkenntnisse gewonnen werden. Offenbar war Tutanchamun sehr hastig einbalsamiert worden.69

Mumie von Tutanchamun.

Die Mumie Tutanchamuns.

(Bildquelle70)

Hierzu passt, dass auch seine Grabbeigaben chaotisch durcheinandergewürfelt sind. Außerdem deuten alte Schimmelspuren an den Wänden darauf hin, dass die Bemalung des Grabes bei der Beerdigung nicht ganz durchgetrocknet war. Pikant ist, dass die Malereien Eje zeigen, wie er eine rituelle Zeremonie während Tutanchamuns Bestattung durchführt – eine Ehre, die traditionell dem Thronfolger zukommt. Und in der Tat ist Eje bereits mit den Symbolen des Pharao ausgestattet. Dieses Bild stützte die Mord-Theorie und würde auch erklären, weshalb sich der Wesir so beeilte, den verstorbenen Tutanchamun unter die Erde zu bringen.

Durch einen modernen CT-Scan stellte sich allerdings heraus, dass die Schädelverletzung nicht vor dem Tod entstanden sein kann, sondern vermutlich bei der Mumifizierung oder sogar erst bei der Öffnung des Grabes durch die Ägyptologen. Ein Mord erscheint daher eher unwahrscheinlich. Eine schwere Verletzung gab es aber trotzdem. Tutanchamuns Unterschenkel wies einen Bruch auf, der bereits zu heilen begonnen hatte und damit zu Lebzeiten entstanden sein muss. Die Heilung war jedoch nicht sehr weit fortgeschritten, als der König starb. Somit könnte der Tod Tutanchamuns auch mit einer entzündeten Wunde zusammenhängen.71 Allerdings ist deshalb noch lange nicht auszuschließen, dass dabei jemand nachgeholfen hat …

Gemälde aus dem Grab Tutanchamuns.

Die Wandmalerei im Grab von Tutanchamun zeigt den Nachfolger Eje, wie er an dem Verstorbenen die sogenannte Mundöffnungszeremonie vornimmt.

(Bildquelle72)

Die Verletzung könnte er sich beim Sturz von einem Wagen, etwa bei der Jagd, zugezogen haben. Auch sonst war seine gesundheitliche Konstitution nicht gerade rosig. Möglicherweise litt er zusätzlich noch an Malaria und dementsprechend einem schwachen Immunsystem. All diese Faktoren können sein Ableben begünstigt haben.

Die Gebrechen des Kindkönigs

Es gibt viele Darstellungen von Tutanchamun, die ihn sitzend oder auf einen Stab gestützt zeigen. Dies muss nicht der Realität entsprechen, allerdings wurden in seinem Grab auch auffällig viele Gehstöcke entdeckt. Kürzlich wurde von Forschern eine Rekonstruktion seines Aussehens vorgenommen, der die CT-Scans zugrunde liegen. Im Vergleich zu seinen stattlichen Abbildungen kommt Tutanchamun dabei deutlich weniger vorteilhaft weg.

Aus Urheberrechtsgründen kann ich die Bilder hier nicht einbinden, zu sehen sind sie beispielsweise >>hier<<.

Nicht nur wurde die bereits bekannte, längliche Schädelform und der in der Familie vorkommende Überbiss festgestellt, sondern auch eine Wirbelsäulenverkrümmung und ein angeborener Klumpfuß. Er scheint also insgesamt nicht die besten Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben gehabt zu haben. Warum das so war, zeigt die weitreichende Untersuchung seiner Familienmitglieder.

Tutanchamun beim Spaziergang im Garten.

Dieses Relief zeigt wahrscheinlich Tutanchamun und seine Ehefrau. Der junge Pharao ist hier auf einen Stab gestützt.

(Bildquelle73)

4.3. Mehr Mumien! Die Frauen aus KV35

Es gibt zwei weitere Mumien, denen bei der Aufklärung der Amarna-Geschichte eine besondere Schlüsselrolle zukommt. Die beiden Frauen wurden gemeinsam mit einem jungen Mann in einer Seitenkammer des Grabes von Amenhotep II. (KV35) gefunden. Auch sie wurden offensichtlich hierhin umgebettet, nachdem sie einst an einem anderen Ort begraben waren, weshalb man wenig Anhaltspunkte aus Grabbeigaben gewinnt. Aufgrund ihres Erscheinungsbildes wurden die beiden einfach ‚jüngere Dame‘ (Younger Lady, KV35 YL) sowie ‚ältere Dame‘ (Elder Lady, KV35 EL) genannt.74

Die Mumie der älteren Frau konnte inzwischen nahezu zweifelsfrei identifiziert werden. Zum Zeitpunkt ihres Todes war sie etwa 50 Jahre alt, und ein DNA-Abgleich mit den erhaltenen (und aufgrund der Fundsituation sicher zuzuordnenden) Mumien von Juja und Tuja beweist, dass wir mit sehr großer Sicherheit den Leichnam von Königin Teje vorliegen haben. Auch die Mumie ihres Mannes Amenhotep III. ist recht zuverlässig als jene aus WV22 identifiziert, sodass die DNA-Analyse die Annahme, es handle sich bei dem Leichnam aus KV55 um deren gemeinsamen Sohn Echnaton, stark unterstützt.75

Mumie von Königin Teje.

Die Mumie von Königin Teje. Sehr gut erhalten ist auch ihr wallendes Haar.

(Bildquelle76)

Schwieriger gestaltet sich die Einordnung der jüngeren Mumie, deren Sterbealter bei 25-35 Jahren lag. Über ihre Identität scheiden sich die Geister, und gemeinhin sind Nofretete oder Kija die ‚heißen Kandidatinnen‘.77 Die Verletzungen am Brustkorb und besonders im Bereich des Kiefers, die deutlich zu sehen sind, waren möglicherweise die Todesursache. Auch hier kann also ein Unfall oder sogar Mord vermutet werden, was die Frage nach ihrer Zuordnung noch einmal interessanter macht.

Mumie KV35 YL.

Die beschädigte, aber gut konservierte Mumie der ‚Younger Lady‘.

(Bildquelle78)

4.4. Ein bunter Stammbaum

In den letzten Jahren wurden die fraglichen Mumien im Rahmen des King Tutankhamun Family Projects detailliert untersucht und ihre DNA verglichen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind äußerst wertvoll:

  • Echnaton (KV55) ist der Sohn von Amenhotep III. (WV22) und Teje (KV35 EL).
  • Tutanchamun ist der Sohn von Echnaton (KV55) und der mysteriösen jüngeren Dame (KV35 YL).
  • KV35 YL, Tutanchamuns Mutter, ist gleichzeitig die Tochter von Amenhotep III. und Teje und damit auch eine Vollschwester von Echnaton. (!)

Wie hieß Tutanchamuns Mutter?

Spätestens jetzt wird es wirklich kompliziert. Dass Tutanchamuns Eltern Geschwister waren, bietet einen Erklärungsansatz für seine vielen körperlichen Einschränkungen. Vor allem aber wirbelt es die Diskussion um den Namen seiner Mutter vollkommen durcheinander. Zur Erinnerung: Kija oder Nofretete als bekannte Ehefrauen von Echnaton waren hierfür im Spiel.

An keiner Stelle aber werden Kija oder Nofretete als Königstöchter bezeichnet.79 Nun hatte Echnaton aber mindestens fünf Schwestern, die als KV35 YL in Frage kämen. Es könnte sich zum Beispiel um Sitamun handeln, die bereits für Amenhotep III. als Gattin fungiert hatte. Dabei stellt sich jedoch das nächste Problem. Sie wäre definitiv die ranghöchste Ehefrau Echnatons gewesen, sodass ihr der Titel der „Großen Königlichen Gemahlin“ gebührt hätte. Diese Position hatte aber definitiv Nofretete inne.80

Sitamun als Relief.

Dieses Relief zeigt Echnatons Schwester Sitamun in der Rolle als Tochter-Gemahlin von Amenhotep III.

(Bildquelle81)

War Nofretete doch Echnatons Schwester?

Die plausibelste Erklärung für dieses Problem wäre, dass Echnaton eine seiner Schwestern heiratete, zur Hauptgemahlin erhob, und dass sie ihren Namen dann zu Nofretete wechselte.82 Das würde zu der religiösen Umwälzung passen, schließlich gab sich auch Echnaton selbst einen neuen Namen. Sein Bruch mit der Tradition, für die auch sein Vater stand, würde auch erklären, weshalb auf Nofretetes Abstammung nicht hingewiesen wird. Falls sie als KV35 YL wirklich Opfer eines Mordes wurde, könnte dieser in die Zeit nach Echnatons Tod fallen und vielleicht das Ende ihrer versuchten Alleinherrschaft markieren. Wer auch immer Semenchkare war, Tutanchamun hätte dann als leiblicher Sohn von Echnaton und Nofretete den Thron bestiegen. Damit würde übrigens wiederum Nofretete als Verfasserin des Dahamunzu-Briefes ausscheiden.

Familienszene aus Amarna.

Echnaton und Nofretete mit einigen Töchtern. Hätte sie als Hauptgemahlin den Thronfolger geboren, würde man erwarten, dass dieses Ereignis irgendwo dargestellt oder beschrieben ist.

(Bildquelle83)

Nicht nur bleibt dann die Frage, weshalb sich unendlich viele Darstellungen der sechs Töchter des Paares finden, aber nirgends ein zweifelsfreier Hinweis darauf, dass Nofretete auch die Mutter eines Sohnes war. Es ist außerdem zu bedenken, dass selbst die modernste DNA-Analyse keine hundertprozentige Sicherheit bieten kann.84 Erstens ist das Genmaterial sehr alt, zweitens sind die Zuordnungen der exakten Verwandtschaftsgrade aufgrund des massiven Inzests nicht einwandfrei möglich. Wir sprechen hier also von Wahrscheinlichkeiten, und zu jeder Annahme gibt es auch berechtigte Gegenstimmen.

4.5. Was uns noch erwartet

Das letzte Wort wird wahrscheinlich noch lange nicht gesprochen sein. Ein einziger neuer Fund kann ausreichen, um die bisherigen Thesen ins Wanken zu bringen. So gibt es noch zwei weitere weibliche Mumien aus der Amarna-Zeit, KV21 A und KV21 B. Wie sie ins Bild passen, konnte bisher nicht geklärt werden.85

Sollte KV35 YL nicht Nofretete sein, besteht außerdem die Möglichkeit, ihre Mumie noch zu finden. Nicolas Reeves, aus dessen Darstellungen ich hier vielfach zitiert habe, brachte 2015 die These ins Spiel, dass die schöne Königin im Grab von Tutanchamun verborgen sein könnte. Seiner Argumentation nach ist KV62 eigentlich Nofretetes Grab, und aufgrund des Zeitdrucks wäre Tutanchamun einfach in den vorderen Kammern beerdigt worden. Tatsächlich gibt es an den Wänden Hinweise auf mögliche weitere Räume, die dahinter verborgen sein können. Bevor man nun die einzigartigen, uralten und schön bemalten Wände einfach einreißt, bedarf es freilich weitreichender Untersuchungen und Radarmessungen. Wie wahrscheinlich ein positives Ergebnis ist, hängt aktuell vor allem davon ab, wen man dazu befragt – bis wirklich etwas gefunden wird, handelt es sich also um eine reine Theorie.86

Von KV62 bis ins Tal der Affen

Auch sonst wird in Ägypten weiter fleißig gegraben. Zahi Hawass ist als Forscher und ehemaliger Generalsekretär der ägyptischen Altertumsbehörde nicht unumstritten, leistet jedoch ohne Zweifel immens wichtige Arbeit für die Ägyptologie, weshalb hier auch aus seinem Werk zitiert wird. Er gab Anfang 2018 bekannt, im Tal der Affen nach intakten Gräbern zu suchen, wo er die Begräbnisstätte der glücklosen Pharaonenwitwe Anchesenamun vermutet.87 Ein solcher Fund könnte viele neue Untersuchungsansätze bringen.

Man darf also weiterhin sehr gespannt sein, welche Erkenntnisse noch gewonnen werden. Klar scheint aber auch, dass sich manche Rätsel niemals völlig werden aufklären lassen. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich hier versucht habe, die Vielfalt der Forschungsmeinungen darzustellen, ohne auch nur ansatzweise alle Veröffentlichungen und Beiträge abbilden zu können. Gleichzeitig habe ich mich auf die neuesten Theorien gestützt und auf jene, die mir besonders plausibel erscheinen. Für Berichtigungen oder Diskussionen bin ich deshalb sehr offen. Und aus jedem möglichen Szenario könnte man wohl einen eigenen Roman schreiben …

5. Rezension

Cover des Romans "Pharao" von Pauline Gedge.

Pauline Gedge: Pharao, Rowohlt.

„Pharao“ ist definitiv ein Schmöker, in dem man versinken kann. Außerdem hat er in mir das Interesse für die Forschung zur Amarna-Zeit geweckt – nahezu alle Figuren, die historisch irgendwie überliefert sind, tauchen im Roman auch auf. Wie auch schon in „Die Herrin vom Nil“ fand ich die Schilderungen dieses (für mich) exotischen Landes mit seiner reichhaltigen Kultur sehr detailreich und lebendig. Wir erleben die Geschehnisse nicht aus der Sicht von Echnaton, sodass man als Leser mitfühlt, wie viele andere Figuren die radikalen Änderungen ihrer Lebensumwelt wahrnehmen. Insbesondere unter den Frauen treten die Königinnen Teje und Nofretete als starke Charaktere hervor.

Der Roman ist schon älter, und manche Ereignisse entsprechen heute eher nicht mehr dem Stand der Forschung. Trotzdem hat Pauline Gedge eine in sich schlüssige Variante der Geschehnisse geschrieben, die sich höchst unterhaltsam liest. Eventuell hat sie ein wenig zu viel Augenmerk auf die inzestuösen Beziehungen gelegt und diese Verhältnisse extremer geschildert, als sie wahrscheinlich waren. Viele der damaligen Erkenntnisse hat sie auf plausible Weise in ihre Geschichte eingebunden.

Im Roman wird eine recht große Zeitspanne abgedeckt, weshalb gelegentlich Sprünge gemacht werden (müssen). Manche Entwicklungen werden dann kompakt geschildert und nicht ganz so lebendig erzählt. Besonders zum Ende hin geht es dann wieder relativ Schlag auf Schlag, was bisweilen ein wenig gehetzt wirken kann. Die vielen anschaulichen Details machen das an anderer Stelle aber wieder wett.

Für alle Leser, die sich gerne ins Pharaonenreich entführen lassen, ist „Pharao“ trotz seines Alters und einiger kleinerer Schwächen eine lesenswerte Lektüre. Der Roman ist gebraucht oder als E-Book erhältlich.

Pauline Gedge: Pharao, erschienen im Jahr 1988 bei Rowohlt, 575 Seiten.

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Artikel herunterladen:
  1. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 89-91.
  2. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 71.
  3. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 71.
  4. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 118.
  5. Fragment eines Statuenkopfes von Echnaton, Foto von http://www.metmuseum.org/art/collection/search/544528, Zugriff gemäß Creative Commons von https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=60946363, Zugriff am 27.04.2018.
  6. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 74-75.
  7. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 61-62.
  8. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 99.
  9. Statuenkopf der Teje, Foto von Rolf Dietrich Brecher, Germany, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63682621, Zugriff am 27.04.2018.
  10. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 102-103.
  11. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 179.
  12. http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2012-12/nofretete-archaeologie-ludwig-borchardt, Zugriff am 13.04.2018.
  13. Es kam zu einer Teilung der bei der Grabung gemachten Funde in Absprache mit der ägyptischen Altertumsverwaltung. So gelangte die einzigartige Büste nach Deutschland und landete auf der Museumsinsel in Berlin, wo sie heute die größte Attraktion dieser Sammlung und ein regelrechter Besuchermagnet ist. Das Verfahren der Fundteilung ist heute sehr umstritten und führte immer wieder zu Rückgabeforderungen, die ich an dieser Stelle aber unbewertet lassen möchte. Vgl. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 27-28, sowie Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 244-245.
  14. Büste der Nofretete, Neues Museum Berlin, Foto von Philip Pikart, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8433730, Zugriff am 27.04.2018.
  15. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 182-183.
  16. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 183.
  17. Relif der Kija, Foto von Keith Schengili-Roberts, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1893907, Zugriff am 27.04.2018.
  18. Die Versiegelung wurde noch im Altertum erneuert, nachdem vermutlich kleinere Gegenstände und Schmuck aus dem Grab geplündert worden waren.
  19. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 56-61.
  20. Totenmaske des Tutanchamun im Ägyptischen Museum in Kairo, Foto von Roland Unger, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48168958, Zugriff am 27.04.2018.
  21. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 30-31.
  22. Thron des Tutanchamun im Ägyptischen Museum in Kairo, Foto von Djehouty, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57397706, Zugriff am 27.04.2018.
  23. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 52.
  24. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 55-57.
  25. Eine recht krude Theorie, die Tutanchamun als Pharao des Exodus ausweist, findet sich bei Collins, Andrew/Ogilvie-Herald, Chris: Tutankhamun – the Exodus conspiracy: The truth behin archaeology’s greatest mystery, London 2002.
  26. Relief, Foto von Jean-Pierre Dalbéra from Paris, France – jdalbera.free.fr/thebes_2002_web/musee_caire/index1.htm la salle d’Akhenaton (1356-1340 av J.C.) (Musée du Caire), Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24673852, Zugriff am 27.04.2018.
  27. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 26-27.
  28. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 162.
  29. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 165.
  30. Echnatons Familie huldigt dem Aton, Zeichnung eines Reliefs von Georges Legrain in Urbain Bouriant; Georges Legrain; Gustave Jéquier: «Monuments pour servir à l’étude du culte d’Atonou en Égypte» Mémoires Band VIII, IFAO Kairo, 1903, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13838226, Zugriff am 27.04.2018.
  31. Müller-Römer, Frank: Die Paläste des Achet-Aton, 2012, verfügbar unter http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/volltexte/2014/2064, S. 1.
  32. Nordpalast in Amarna, Foto von Olaf Tausch, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36835996, Zugriff am 27.04.2018.
  33. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 159-160.
  34. Das galt, wie bereits erwähnt, auch schon für Teje. Nofretete aber hatte wahrscheinlich an der religiösen und politischen Entwicklung unter Echnaton maßgeblichen Anteil.
  35. Relief, Foto von Jean-Pierre Dalbéra from Paris, France – la salle d’Akhenaton (1356-1340 av J.C.) (Musée du Caire), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24673856, Zugriff am 27.04.2018.
  36. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 197.
  37. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 28.
  38. Statue, Foto von Ovedc, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=63443830, Zugriff am 27.04.2018.
  39. Vgl. Habicht, Michael E.: Das Geheimnis der Amarna-Mumien. DNA-Untersuchungen klären Verwantschaftsverhältnisse auf (Antike Welt 6/2012), S. 23.
  40. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 185.
  41. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 184-186, sowie Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 28.
  42. Wandmalerei, The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei. DVD-ROM, 2002. ISBN 3936122202. Distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=146255, Zugriff am 27.04.2018.
  43. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 27.
  44. Über die Kunst der sogenannten Amarna-Zeit, die sich stilistisch als einzige Epoche von den jahrtausendealten Traditionen löst, kann man zahllose Bücher schreiben.
  45. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 162.
  46. Stautenkopf Echnatons, Foto von MrSnooks auf https://www.flickr.com/photos/25666826@N07/4415915815/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35705357, Zugriff am 27.04.2018.
  47. Ich gebe diese hier in der verkürzten Form wieder, wie sie hier nachzulesen sind: Krauss, Rolf: Eine Regentin, ein König und eine Königin zwischend em Tod von Achenaten und der Thronbesteigung von Tutanchaten (Revidierte Überlegungen zum Ende der Amarnazeit 4) (Altorientalische Forschung 34/2007), S. 294-318, hier S. 294-296.
  48. Zeichnung eines Reliefs von Norman de Garis Davies – The Rock Tombs of Amarna, Part II published 1905, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23667659, Zugriff am 27.04.2018.
  49. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 209-210.
  50. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 212.
  51. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 213.
  52. Statue aus Tutanchamuns Grab, Foto von Jean-Pierre Dalbéra – originally posted to Flickr as Tête de Toutânkhamon enfant (musée du Caire / Egypte), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4658545, Zugriff am 27.04.2018.
  53. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 216.
  54. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 218-220.
  55. Statue des Haremhab, Foto von Captmondo, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12112912, Zugriff am 28.04.2018.
  56. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 168.
  57. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 203.
  58. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 204.
  59. Keilschrifttafel aus den Amarna Archives, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=629827, Zugriff am 27.04.2018.
  60. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 204.
  61. Theis, Christoffer: Der Brief der Königin Dahamunzu an den hethitischen König Suppiluliuma I. im Lichte von Reisegeschwindigkeiten und Zeitabläufen, in: Dietrich, Manfred/Loretz, Oswald/Neumann, Hans (Hgg.): Alter Orient und Altes Testament. Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte des Alten Orients und des Alten Testaments 390/1, Münster 2011, S. 301-332, hier S. 303-304.
  62. Theis, Christoffer: Der Brief der Königin Dahamunzu an den hethitischen König Suppiluliuma I. im Lichte von Reisegeschwindigkeiten und Zeitabläufen, in: Dietrich, Manfred/Loretz, Oswald/Neumann, Hans (Hgg.): Alter Orient und Altes Testament. Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte des Alten Orients und des Alten Testaments 390/1, Münster 2011, S. 301-332, hier S. 303.
  63. Statue der Nofretete, Foto von Andreas Praefcke, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2131963, Zugriff am 27.04.2018.
  64. Büste einer Amarna-Prinzessin, CC BY-SA 1.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47062, Zugriff am 27.04.2018.
  65. Die Benennung der Königsgräber folgt einer einfachen Nomenklatur: KV steht für das Tal der Könige (King’s Valley), die Zahl für die Grabnummer in der Reihenfolge der Entdeckung. Tutanchamuns Grab ist dementsprechend KV62.
  66. Schädel der Mumie aus KV55, G. Elliot Smith – The Royal Mummies, http://www.lib.uchicago.edu/cgi-bin/eos/eos_page.pl?DPI=300&callnum=DT57.C2_vol59&object=162, edited in GIMP, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9555698, Zugriff am 27.04.2018.
  67. Reeves, Nicholas: Echnaton. Ägyptens falscher Prophet (Kulturgeschichte der antiken Welt 91), Mainz 2002, S. 92-98.
  68. Sarg aus KV55, Foto von Hans Ollermann – https://www.flickr.com/photos/menesje/709237794/in/set-72157603861561726/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5558379, Zugriff am 27.04.2018.
  69. Das ölgetränkte Leinen, mit dem die Mumie umwickelt war, scheint nicht richtig getrocknet gewesen zu sein. Deshalb kam es wahrscheinlich zu großer Hitzeentwicklung im Sarkophag, was erklärt, weshalb der König stellenweise richtiggehend „verkohlt“ ist.
  70. Mumie von Tutanchamun, Foto von Howard Carter – http://www.magicmakers.com/egyptsite/mummy.jpg, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11900673, Zugriff am 27.04.2018.
  71. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 154-157.
  72. Wandmalerei aus KV62, http://www.aegyptenprojekte.de/Tut/html/tut/tod.htm, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6089217, Zugriff am 27.04.2018.
  73. Relief, Foto von Andreas Praefcke, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2131913, Zugriff am 27.04.2018.
  74. Habicht, Michael E.: Das Geheimnis der Amarna-Mumien. DNA-Untersuchungen klären Verwantschaftsverhältnisse auf (Antike Welt 6/2012), S. 21.
  75. Habicht, Michael E.: Das Geheimnis der Amarna-Mumien. DNA-Untersuchungen klären Verwantschaftsverhältnisse auf (Antike Welt 6/2012), S. 22.
  76. Foto der Mumie KV35 EL, G. Elliot Smith – The Royal Mummies, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9519936, Zugriff 27.04.2018.
  77. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 167.
  78. Foto der Mumie KV35 YL, G. Elliot Smith – The Royal Mummies, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9519940, Zugriff am 27.04.2018.
  79. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 167.
  80. Habicht, Michael E.: Das Geheimnis der Amarna-Mumien. DNA-Untersuchungen klären Verwantschaftsverhältnisse auf (Antike Welt 6/2012), S. 23.
  81. Relief der Sitamun, Foto von Osama Shukir Muhammed Amin FRCP (Glasg), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55033146, Zugriff am 28.04.2018.
  82. Habicht, Michael E.: Das Geheimnis der Amarna-Mumien. DNA-Untersuchungen klären Verwantschaftsverhältnisse auf (Antike Welt 6/2012), S. 23.
  83. Relief mit einer Familienszene, Foto von Gerbil from de.wikipedia, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1313045, Zugriff am 27.04.2018.
  84. Vgl. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 165.
  85. Vgl. Hawass, Zahi: Auf den Spuren Tutanchamuns, Darmstadt 2015, S. 170-171.
  86. Vgl. https://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/egypt/12067553/Egyptian-expert-disputes-new-theory-that-Queen-Nefertiti-is-in-Tutankhamuns-tomb.html, Zugriff am 26.04.2018.
  87. http://www.drhawass.com/wp/valley-of-the-monkeys-excavations/, Zugriff am 26.04.2018.

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